Wirtschaftsjunioren Wetterau e. V.

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Bevölkerungsbefragung der WJD

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Die Wirtschaftsjunioren organisieren eine der bundesweit größten Straßenbefragungen zur wirtschaftlichen, politischen und sozialen Lage der Nation. In der Regel mehr als 60 Kreise übernehmen hier die Erhebung der Daten auf den Marktplätzen und in den Einkaufszonen der Republik - und präsentieren damit zugleich die WJ vor Ort.








P R E S S E M I T T E I L U N G

Kein Ruck - aber neuer Schub
Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung 2004
(Deutschland im August 2004)

Die Bundesbürger sehen die wirtschaftliche Gesamtsituation wieder deutlich optimistischer. 22,5 Prozent rechnen mit einer wachsenden Wirtschaftsleistung in den kommenden 12 Monaten. Nur noch jeder Dritte geht davon aus, dass es weiter bergab gehen wird.

Ihre private finanzielle Situation jedoch beurteilen die fast 8.000 befragten Bundesbürger so zurückhaltend wie zuletzt im Wahljahr 1998: Gerade mal jeder Sechste glaubt, dass er sich verbessern wird. Mehr als 40 Prozent der Befragten dagegen befürchten, in 12 Monaten schlechter gestellt sein als heute. Drei Fünftel der Bundesbürger sogar – hier vor allem die 18- bis 39jährigen – leben mittlerweile in der Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. - Von der deutschen Binnennachfrage werden vor diesem Hintergrund eher keine neuen Impulse ausgehen.

Doch mit dem Gefühl der Bedrohung wächst inzwischen auch die Bereitschaft, Opfer und zusätzliche Leistungen zu erbringen. Zwar wollen immer noch fast 45 Prozent der Bürger und fast 60 Prozent der Arbeiter und Arbeitslosen keinen Arbeitsplatz annehmen, der weiter als 50 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt liegt. Weltweite Mobilität zeigt nur jeder Achte. Doch rund die Hälfte der Befragten ist bereit, zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze länger zu arbeiten, immer noch ein Drittel würde unregelmäßige Arbeitszeiten akzeptieren. Die Einsicht in die Notwendigkeit solcher Zugeständnisse führt auch dazu, dass fast 90 Prozent - obwohl nur bei 40 Prozent der Befragten Kinder im Haushalt leben - die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtig oder sehr wichtig für unsere wirtschaftliche Zukunft einschätzen. Beim Geld allerdings bleiben die Deutschen empfindlich: Nur 13 Prozent würden für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes Lohneinbußen hinnehmen.

Auch die Selbständigkeit entwickelt sich angesichts der wachsenden Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt immer mehr zu einer echten Option. Rund jeder siebte unselbständig Beschäftigte hat bereits ernsthaft über eine Zukunft als Unternehmer nachgedacht. Lohnenswert erscheint die Selbständigkeit vor allem den 18- bis 29jährigen, darüber hinaus den Arbeitern und den Arbeitslosen. Als Hinderungsgrund wird zudem nicht mehr das fehlende Kapital ausgemacht – dieser Anteil drittelte sich von rund 45 auf 15 Prozent –, sondern vor allem das Risiko: Hier stieg der Wert von 12 auf 22 Prozent. Auch im Alter sehen rund 14 Prozent eine Hürde; zu viel Arbeit fürchten indessen nur noch knapp 3 Prozent.

Ein Indikator für wachsende Verteilungskämpfe und Ängste ist schließlich auch das Urteil über die „gefühlte Leistungsgerechtigkeit“. Nur noch 40 Prozent der Deutschen glauben, dass sich Leistung in Deutschland lohnt – 43 Prozent glauben das nicht mehr. Das größte Vertrauen auf das Leistungsprinzip haben dabei die Beamten, das geringste die Arbeiter.

Was die Ursachen für die mühsame gesamtwirtschaftliche Erholung und persönliche Risiken angeht, so sehen die Deutschen ihr Land zunehmend und inzwischen mehrheitlich als Verlierer der Globalisierung. Nicht einmal jeder Sechste glaubt noch daran, dass die Bundesrepublik zu den Gewinnern im Kampf um die Weltmärkte gehört; 60 Prozent sehen ihr Land hinterherhinken. Die schärfste Konkurrenz sehen die Bundesbürger in den Billiglohnländern: zu jeweils mehr als 50 Prozent in China und den neuen EU-Ländern, zu jeweils einem Viertel in Japan und im sonstigen Asien. Die USA, über viele Jahre als härteste Wettbewerber empfunden, belegen mit einem Anteil von 17 Prozent (bei Mehrfachnennungen) nur noch den fünften Platz.

Die Bildung, Deutschlands wichtigster Wettbewerbsfaktor in der globalen Konkurrenz der Arbeitsmärkte, sehen die Deutschen entsprechend als versiegenden Rohstoff. Nicht einmal 1 Prozent erteilen der Ausbildungsreife der deutschen Schulabgänger eine sehr gute Note. Weitere 14 Prozent urteilen mit „gut“, 40 Prozent sehen vor allem Mittelmaß, rund 24 Prozent weniger als das - und jeder Fünfte kommt zu dem Ergebnis „mangelhaft“. Von einer Ausbildungsplatzabgabe erwartet die Hälfte der Bundesbürger in diesem Zusammenhang keine zusätzlichen Ausbildungsplätze; ein Fünftel geht sogar davon aus, dass die Zwangsabgabe Ausbildungsplätze kosten würde. Umso verständlicher ist das klare Votum für eine Elitenförderung: Fast die Hälfte befürwortet eine gezielte Förderung des exzellenten Nachwuchses; nur 37 Prozent pflegen noch lang gehegte Vorurteile und sehen hier keinen Handlungsbedarf.

Insgesamt allerdings setzen die Bundesbürger immer weniger auf ihre gewählten Volksvertreter. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich einen geringeren Einfluss der Politik auf die Wirtschaft. Nur noch ein Viertel meint, dass ein stärkerer Einfluss sinnvolller wäre. Auch auf ihre Lenkungsmöglichkeiten im Rahmen des Steuersystems sollen die Gesetzgeber ein gutes Stück weit verzichten: Drei Viertel der Deutschen sind bereit, für ein einfacheres Steuersystem auf Subventionen wie die Eigenheimzulage, die Pendlerpauschale oder Nachtzuschläge zu verzichten. Und: Noch nicht einmal 8 Prozent der Deutschen glauben, dass die Politiker die notwendige Kompetenz zur Lösung der Probleme unseres Landes besitzen. Fast 82 Prozent hingegen melden hier Zweifel an.

Die Probleme werden nach Auffassung der Bundesbürger nur vertagt: Rund 70 Prozent schätzen die künftigen Belastungen der jetzt nachwachsenden Generationen als hoch oder sehr hoch ein.


Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Thomas Klugkist, Pressesprecher der WJ Deutschland, Breite Straße 29, 10178 Berlin, Telefon (0 30) 2 03 08 15 16, Fax (0 30) 2 03 08 15 21, Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

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