Wirtschaftsjunioren Wetterau e. V.

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Podiumsdiskussion anlässlich der Bundestagswahl 2009

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Wirtschaftsjunioren und Wetterauer Direktkandidaten kurz vor
 der Wahl: (v.li.n.re) WJ-Geschäftsführer Axel Steinbeiß, Gerd Reppe 
(Landesvorstand der hessischen WJ), Bettina Stark-Watzinger (FDP, in 
Vertretung für Achim Güssgen), Christian Engel (stellv. 
WJ-Vorstandsvorsitzender), Lucia Puttrich (CDU), Carsten Jens 
(hr-INFO-Moderator), Sabine Dätz vom WJ-Vorstand, Christian Kolb 
(Bündnis 90/Die Grünen), Nina Hauer (SPD) und Gabriele Faulhaber (Die 
Linken)Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Wetterau hatten knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl 2009 zu einer Podiumsdiskussion mit den regionalen Bundestagskandidaten in das Kreishaus in Friedberg eingeladen. Mit dem Aufruf „Wir wollen unterhalten werden – und das gut!“ moderierte Carsten Jens von hr-INFO den Abend, in dessen Verlauf die Politiker der aktuell fünf größten Volksparteien ihre Konzepte und Pläne für die Zeit nach der Wahl vorstellten.

Das Foto zeigt die Wirtschaftsjunioren und Wetterauer Direktkandidaten kurz vor der Wahl: (v.li.n.re) WJ-Geschäftsführer Axel Steinbeiß, Gerd Reppe (Landesvorstand der hessischen WJ), Bettina Stark-Watzinger (FDP, in Vertretung für Achim Güssgen), Christian Engel (stellv. WJ-Vorstandsvorsitzender), Lucia Puttrich (CDU), Carsten Jens (hr-INFO-Moderator), Sabine Dätz vom WJ-Vorstand, Christian Kolb (Bündnis 90/Die Grünen), Nina Hauer (SPD) und Gabriele Faulhaber (Die Linken).

 

P R E S S E M I T T E I L U N G
Wirtschaftsjunioren (WJ) Wetterau e.V. politisch:

Wir wollen unterhalten werden!
(Friedberg, 8. September 2009)

Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Wetterau hatten knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl 2009 zu einer Podiumsdiskussion mit den regionalen Bundestagskandidaten in das Kreishaus in Friedberg eingeladen. Mit dem Aufruf „Wir wollen unterhalten werden – und das gut!“ moderierte Carsten Jens von hr-INFO den Abend, in dessen Verlauf die Politiker der aktuell fünf größten Volksparteien ihre Konzepte und Pläne für die Zeit nach der Wahl vorstellten.

„Wissen Sie schon, wo Sie am 27. September Ihr Kreuz setzen?“ eröffnete Sabine Dätz vom WJ-Vorstand die Veranstaltung. Wenn diese Ausgabe des IHK-Wirtschaftsmagazins erscheint, wissen wir, für wen die meisten Kreuzchen gesetzt wurden: Lucia Puttrich (CDU) wird den Wetteraukreis künftig im Bundestag vertreten.

Bei der Podiumsdiskussion waren dabei...

… Nina Hauer (SPD), Obfrau ihrer Partei im Finanzausschuss und Mitglied des Un-tersuchungsausschuss zur Finanzmarktkrise. Nach ihrer Ansicht war der Rettungs-schirm über die Banken – dem Blutkreislauf der Wirtschaft – richtig. „Hätte man die HRE mit ihren Verstrickungen von 400 Milliarden Euro umgehen lassen, hätte das Auswirkungen auf viele Unternehmer jeder Größe gehabt“, sagte sie. Die umstrittene Kurzarbeit sichere den Unternehmen die Fachkräfte für Zeiten, wenn „es wieder nach oben geht“. In Sachen Steuerpolitik wollte sich die SPD-Frau bei Senkungen zeitlich nicht festlegen. Die Kurve der Steuerprogression solle gerader gebogen werden. Priorität habe aber das Sanieren und Stabilisieren des Bundeshaushalts. Hauer werde nervös bei Versprechen anderer Parteien, die kurzfristig Steuern senken wolle ohne Angabe, woher das Geld kommen solle. Gerne sehen wollte sie, dass CDU und FDP auf der Jagd nach hinterzogenen Steuermilliarden mitmachten. Mit dem dualen System in Deutschland zeigte sich Hauer, Mutter von zwei Töchtern, sehr zufrieden: „Wir haben damit Weltruhm erlangt.“ Neue Berufe sollten künftig schneller zugänglich gemacht werden und in Zukunft sollen auch Meister studieren können. Generell müsse in Bildung mehr Geld investiert werden.

… Lucia Puttrich von der CDU, die vor ihrer Zeit als Bürgermeisterin von Nidda mit ihrem Mann Hagen zusammen die Geschäftsführung des väterlichen Mittelstand-sbetriebes innehatte und aus dieser Erfahrung weiß: „Viele jetzige [Anm. d. Red.: bisherige?] Verantwortliche kennen die Praxis nicht. Ich möchte meinen Beitrag für eine gute Politik leisten.“ Mit Puttrich soll es schrittweise die Senkung der Gewerbe-steuer geben, um den Mittelstand zu entlasten: „Das Geld ist bei den Menschen besser aufgehoben als beim Staat.“ Befristete Arbeitsverhältnisse sieht die Diplom-Betriebswirtin – entgegen den von Anderen geforderten Mindestlöhnen – positiv für die Unternehmen. Allerdings müsse „jeder von seinem Lohn leben können und ein Arbeitender muss über mehr Geld verfügen als Jemand, der nicht arbeitet“. Leistung müsse sich lohnen, damit die, die Erwirtschaften den Schwachen helfen können. Bleibt das dreistufige Schulsystem bestehen? Lucia Puttrich befürwortet es: „Die Menschen sind unterschiedlich. Daher muss die Bildung für alle angepasst sein.“ Wichtig sei zudem, dass jedem Abschluss ein Anschluss folge. Auf ihre christliche Orientierung angesprochen betonte sie, dass das Christentum in ihrem Leben fest verankert sei. Insbesondere der Grundsatz, dass vor Gott alle Menschen gleich seien.

… Bettina Stark-Watzinger vom Main-Taunus-Kreis vertrat Achim Güssgen (FDP). Für sie blieben schwerwiegende Probleme wie die Demographie auch nach der Krise erhalten. Die Konjunkturpakete bezeichnete sie als fragliche Maßnahme, denn „41,2 Milliarden Euro Zinsen müssen erstmal erwirtschaftet werden“. Stark-Watzinger bemängelte die bisherige Bildungspolitik. Es gebe zu viele Abbrecher und noch immer zu wenig frühkindliche Förderung. Die FDP stehe für eine moderne Gesellschaftspolitik, die sich beispielsweise dem höheren Armutsrisiko bei Alleinerziehenden bewusst sei. Dem Vorwurf haltloser Versprechen von Steuersenkungen entgegnete sie, dass sie noch immer besser sei, als eine Million Arbeitsplätze zu versprechen. Diese würden nicht von Politikern, sondern von den Unternehmern geschaffen. Nach Ansicht der FDP-Politikerin habe man in der Vergangenheit zu wenig in die Bildung inklusive Ausbildung investiert. Sie zitierte dabei den Parteichef Guido Westerwelle, der die fünf Milliarden Euro Abwrackprämie lieber in Köpfe statt in alte Autos verwendet hätte. Generell habe Stark-Watzinger keine Angst um Deutschland, dafür gebe es zu viele Unternehmensgründungen. Als Ziel nannte sie, den Generationenvertrag weiter zu entwickeln. Zudem müsse die Marktwirtschaft mit ihrem Wettbewerb erhalten bleiben. Insbesondere müsse man aus der Krise lernen.

… Christian Kolb von Bündnis 90/Die Grünen, Jurist und Betriebswirt mit eigenem Unternehmen. In seinen Lebenslauf gehört zudem eine Ausbildung zum Koch. Für ihn muss ein Politiker vielseitig versiert sein, aber nicht überall ein Experte. Er be-zeichnete Bundespolitiker als Unternehmer von 56 Millionen Arbeitnehmern, der die Mitarbeiter an seinem Erfolg beteiligen müsse. Bislang seien die Bürger jedoch mit Steuern geschröpft worden. Atomstrom solle es mit ihm nicht geben, dafür aber zukunftsfähige Beschäftigung. Kolb kritisierte den Mangel an Konzepten zur Gegenfinanzierung der Steuerreform: „Von der Reform wird immer nur gesprochen“.

… Gabriele Faulhaber von Die Linken. Die Sonderschul- und Heilpädagogin sah in erster Linie den schwachen Binnenmarkt als Dilemma. Zudem werden nach ihrer Ansicht die Gutverdiener zu schwach besteuert (Einwand von Puttrich: Fünf Prozent dieser Gutverdiener zahlen 52 Prozent des Einkommensteuer-Aufkommens.). Steuersenkung müssten laut Faulhaber bei den Leuten direkt an-kommen und nannte als Maßnahmen die Millionärssteuer sowie die Erbschaftssteuer. Den Arbeitsmarkt bezeichnete sie als zu flexibel. „Es muss mehr ordentliche Beschäftigung geben mit Mindestlöhnen“, äußerte sie überzeugt.

(Autorin: Iris Jakob)


Verantwortlich für den Inhalt: Axel Steinbeiß, Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Wetterau, c/o IHK Gießen-Friedberg, Goetheplatz 3, 61169 Friedberg, Tel. (0 60 31) 6 09 - 30 10, Fax (0 60 31) 6 09 - 30 20

 

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