Wirtschaftsjunioren Wetterau e. V.

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Executive Breakfast

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Lucia Puttrich im Gespräch mit Vertretern der regionalen Wirtschaft und der Wirtschaftsjunioren Wetterau e. V.Die Ressourcen werden knapp und damit wertvoller. Nicht zuletzt deshalb ist „Nachhaltigkeit“ zu einem Modewort avanciert. Ob in politischen Reden, in den Medien oder in öffentlichen Diskussionen. Beschrieben werden damit dauerhafte Entwicklungen. Das greift jedoch zu kurz. Aber was ist Nachhaltigkeit dann? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt des „2. Executive Breakfast“, zu dem die Wirtschaftsjunioren Wetterau neben der hessischen Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Lucia Puttrich, auch zehn Unternehmer und Führungskräfte unterschiedlichster Branchen aus der Region eingeladen hatten. Durch die Diskussion führte souverän und kompetent Michael Werner, Pricewaterhouse Coopers AG.

 

P R E S S E M I T T E I L U N G
Wirtschaftsjunioren Wetterau luden zum „2. Executive Breakfast“ ins Hotel Dolce

Nachhaltigkeit hat viele Facetten
(Bad Nauheim, 18. Februar 2011)

Die Ressourcen werden knapp und damit wertvoller. Nicht zuletzt deshalb ist „Nachhaltigkeit“ zu einem Modewort avanciert. Ob in politischen Reden, in den Medien oder in öffentlichen Diskussionen. Beschrieben werden damit dauerhafte Entwicklungen. Das greift jedoch zu kurz. Aber was ist Nachhaltigkeit dann? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt des „2. Executive Breakfast“, zu dem die Wirtschaftsjunioren Wetterau neben der hessischen Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Lucia Puttrich, auch zehn Unternehmer und Führungskräfte unterschiedlichster Branchen aus der Region eingeladen hatten. Durch die Diskussion führte souverän und kompetent Michael Werner, Pricewaterhouse Coopers AG.

Den Begriff mit Leben füllen
Nachhaltigkeit beschreibt eine Entwicklung, die die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können. Das heißt, Nachhaltigkeit ist als Leitbild für eine gerechte gesellschaftliche Entwicklung zu sehen. Dass der ursprüngliche Wortsinn im forst-wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsdenken wurzelt, wusste Lucia Puttrich. („Schlage nur soviel Holz, wie nachwachsen kann“) Der Begriff setze sich aus drei Komponenten zusammen, die auch als Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet würden: Umwelt, Wirtschaft und Mensch. „Der Begriff muss mit Leben gefüllt werden, um Menschen seine Bedeutung näher zu bringen“, unterstrich die Staatministerin.

Zuspruch für erneuerbare Energien
In Deutschland gebe es einen breiten Konsens zur Energiewende von Atomstrom zu Erneuerbaren Energie, erklärte die Staatsministerin. „Jeder will sauberen Strom“, bestätigte auch Rainer Schwarz, Vorstandsvorsitzender der OVAG in Friedberg. „In der Wetterau haben wir 70 Prozent Naturstrom“, betonte er. Auf der Suche nach Lösungen für eine zukunftsorientierte Erdgasversorgung spiele Bio-Erdgas eine wichtige Rolle. Der Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Öl und Erdgas, die Wertschöpfung vor Ort aus Substraten der Region und die sichere Einnahmequelle für Landwirte seien maßgebliche Gründe, die hierfür sprächen. Allerdings sollten die Anlagen auch von der Bevölkerung akzeptiert werden. Problematisch werde dies erst, „wenn es einmal leicht stinkt“, wie aktuell im Falle der Biogasanlage in Berstadt.

Einheitliche Regelung
Auch bei der Aufstellung von Windkrafträdern spiele die Akzeptanz der Bevölkerung eine große Rolle. Darüber hinaus sei es immer wichtig, wer eine solche Anlage erbaue. Fremde Großinvestoren würden im Unterschied zu Kommunen immer auf größere Skepsis stoßen. Windkraft stoße nicht überall auf allgemeine Zustimmung. Das mache den Bau von Anlagen nicht einfacher, sagte Puttrich. Dass unterschiedliche Bundesländer gerade im Hinblick auf erneuerbare Energien unterschiedliche Entscheidungen fällten, kritisierte Rainer Schwarz. „Ein effizienter Netzbetrieb braucht eine Regulierungsbehörde“, unterstrich er. Auch die Förderung der Solarenergie für private Haushalte beanstandete der OVAG-Vorstandsvorsitzende. „Die Ausbeute ist gering, die Bezahlung überproportional.“

Immer neue Ziele setzen
Den Faktor Mensch brachte Elke Ehlen, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Gießen-Friedberg, ins Spiel. „Unter Nachhaltigkeit verstehen wir, eine fundierte Aus- und Weiterbildung junger Menschen.“ Gerade in gewerblich-technischen Berufen würde es immer schwerer, Leute zu gewinnen. Darüber hinaus setze sich die IHK Gießen-Friedberg sowohl in ihrem Arbeitskreis Elektromobilität als auch in ihrem Geschäftsbereich Innovation und Umwelt mit diesem Thema auseinander. „Elektromobilität ist bei Kurzstrecken schon einsetzbar. Spannend ist, wann wir soweit sind, dass mit leistungsstarken Batterien auch Mittel- und Langstrecken zurückgelegt werden können“, so Puttrich.

Viele Anregungen mitgenommen
„Die Kilowattstunde, die ich nicht verbrauche, ist die beste“, akzentuierte Rainer Hachenburger (Quarzwerke GmbH). Nachhaltigkeit bedeute für ihn auch Effizienzsteigerung zugunsten der Umwelt, wie beispielsweise die Auswahl von Fahrzeuge nach ihrem Kraftstoffverbrauch. „Nachhaltigkeit kann nicht isoliert ökologisch betrachtet werden, sondern hängt immer gleichzeitig mit sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen und Fragen zusammen“, waren sich am Ende die Diskussionsteilnehmer einig. „Wir haben viele Anregungen mitgenommen“, bedankte sich der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Wetterau Christian Engel.

(Autor: Petra A. Zielinski)


Verantwortlich für den Inhalt: Axel Steinbeiß, Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Wetterau, c/o IHK Gießen-Friedberg, Goetheplatz 3, 61169 Friedberg, Tel. (0 60 31) 6 09 - 30 10, Fax (0 60 31) 6 09 - 30 20

 

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